The English Institute
R.A. Langford seit 1930

Die Geschichte des Übersetzens

Die Geburtsstunde der Schrift ist auch diejenige der Geschichtsschreibung und eng damit verknüpft ist auch die Geschichte des Übersetzens: bei archäologischen Grabungen wurden 4500 Jahre alte, zweisprachig sumerisch-hebräische Vokabellisten auf Steintafeln gefunden. In jüngerer Vergangenheit hat das Christentum dem Übersetzen weiteren Auftrieb gegeben, weil es den verschiedenen Völkern Zugang zu den biblischen Texten in ihren Muttersprachen verschaffen wollte. Damit hat das Christentum dazu beigetragen, Sprachen wie Englisch, Französisch, Deutsch und Schwedisch festzulegen, und diese Übersetzungen haben auch die Entstehung des Gefühls nationaler Einheit gefördert.

Der Mensch war immer bestrebt, sich die Kenntnisse und Fertigkeiten seiner Nachbarn anzueignen. Bei der Entwicklung der Wissenschaften hat der Wissenstransfer durch Übersetzen eine Schlüsselrolle eingenommen. Mit der Erfindung des Papiers und des Buchdrucks wächst dieser Transfer weiter an und Übersetzer erstellen aus wissenschaftlichen lateinischen Texten populärwissenschaftliche Schriften in den jeweiligen Landessprachen.

Auch für die politischen Machthaber ist das Übersetzen unentbehrlich geworden: allein der Gedanke an Verfassungstexte in mehrsprachigen Ländern wie Kanada, Belgien oder der Schweiz verdeutlicht den Stellenwert wortgetreuer Übersetzungen in die jeweiligen anderen Landessprachen ebenso wie der Gedanke an Verträge zwischen verschiedenen Staaten.

Heutzutage sind im Zuge der Globalisierung der Handelsbeziehungen und der Entstehung neuer Kommunikationsmittel Übersetzungen ein wesentlicher Bestandteil der erfolgreichen Zielgruppenanpassung von Firmenprodukten, der wirksamen Kommunikation wie auch der Erfüllung rechtlicher Bestimmungen, und als solche sind sie nicht mehr wegzudenken.